Josef Jost, der vergessene Bildhauer im Moos

 

 

 

 

Josef Jost wurde 1875 in Heckendalheim (Saarland) geboren.

 

Josef wuchs mit 8 Geschwistern auf, die finanzielle Situation ließ ein Studium nicht zu und so trat er eine Lehre als Steinmetz an. Der Pfarrer aus Ommersheim erkannte jedoch sehr schnell sein großes Talent im Zeichnen und Bildhauen und unterstützte ihn, so daß er die Kunstgewerbeschule in Straßburg besuchen konnte. Danach absolvierte er erfolgreich die Kunstakademie in München. Anschließend übernahm er die Leitung der Kunstwerkstätten E&V Metzger in Karlsruhe. Es entstanden zahlreiche Arbeiten, so auch der Gutenbergbrunnen (Krautkopfbrunnen in Karlsruhe).

 

 

Seine weiteren Aufträge führten ihn nach Frankreich, Italien, England, Afrika und Amerika. 1913 heiratete er die kanadische Malerin deutscher Abstammung Ottilie Palm. Sie veranstalteten mehrere gemeinsame Ausstellungen, wie z.B. im Oktober 1913 in Toronto. Hier ist ein Zeitungsartikel vom 17.10.1913 erhalten aus The Toronto World:  „Die Ausstellung in der Art Metropole Galery ist ein großer Genuss für unser Publikum. Herr Jost ist einer der besten Bildhauer, die zur Zeit in Deutschland tätig sind.“

 

 

1914 kehrten sie beide nach Dachau zurück, wo sie schon zuvor kurz gewohnt hatten. Sie erwarben das Fischgut Waldheim in Gröbenried. Viele große Arbeiten entstanden, so z.B. im Jahr 1922 das Kriegerdenkmal in Augustenfeld mit dem tödlich getroffenen bayerischen Löwen.

 

 

 

 

Josef Jost gehörte ca. 30 Jahre der Dachauer Kunstvereinigung an. Nach langer Krankheit starb er 1950 im Alter von 75 Jahren. 

 

Seine ausdrucksstarken Büsten aus Bronze, Marmor, Holz oder Stein sowie seine hervorragenden Tierdarstellungen haben bis heute nichts von ihrer faszinierenden Schönheit verloren.